Islamisches Zentrum Hamburg
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Datum der Veröffentlichung : 8/2/2017 3:52:00 PM
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Familie im Koran 27 (Segen und positive Auswirkungen der Familie)

Freitagsansprache von 27.05.2016

von Hujjatol Islam val Muslimin Dr. Torabi


Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Thema: Der Bedarf an Selbstbehauptung (mit Wort und Kunst)

Er (Josef) sagte: "Setze mich über die Vorratskammern des Landes ein; ich bin ein kenntnisreicher Hüter."[1]

Vorwort:

In den vorherigen Predigen haben wir über die Segen und Auswirkungen der Familie und Eheleben gesprochen, und gesehen, dass der Mensch viele emotionale Bedürfnisse, wie „Liebe“, „Respekt“, „Vegebung“, „Geborgenheit“, „Anerkennung“, hat, für deren Deckung der Schoß der Familie der ideale Ort ist. Heute werden wir uns mit der „Suche nach Selbstbehauptung durch Wort und Kunst“ und über die positive Rolle der Familie dabei, befassen.

Erstes Thema: Schönheit verlangt nach Selbstbehauptung

Im Islam herrscht der Glaube, dass Gott die Vollendung der Schönheit ist, und die Schönheiten liebt. Also ist auch alles, was von ihm kommt, schön und gut – egal, ob nun zum Äußeren hin auch gut ist oder eher schlecht aussieht. So betrachtet bedeutet der Begriff „Das Gute ist in seinen Händen“[2] nicht, dass nur Gutes in seiner Hand liegt, sondern, dass alles in seiner Hand liegt, und er nur Gutes will, selbst, wenn es zum Äußeren hin, mit Schaden einhergeht.

Die ganze Schöpfung ist eine schöne Ausstellung der Geschöpfe Gottes. Doch in dieser Kunstschule ist der Mensch – wie der Koran sagt – die schönste Schöpfung, die auch die Schönheit aller anderen Geschöpfe wiederspiegelt. Im Inneren geht die Schönheit des Menschen sogar über die Vorstellungskraft des irdischen Daseins hinaus. Im Koran steht diesbezüglich: „Wir haben den Menschen ja in ihrer schönsten Gestalt erschaffen“.[3]

Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Menschen von Natur aus schön sind, und es eigentlich Undankbarkeit bedeutet, wenn einige sich unnötige Schönheitsoperationen unterziehen, um sich „Schön“ zu machen. Hinzu kommt noch, dass einige in Mode gekommenen „Schönheitsideale“ besonders fragwürdig sind.

Die Schönheit bedarf Selbstbehauptung. Wenn über Schönheit gesprochen wird, so wird auch die Neigung zur Selbstbehauptung erweckt, denn wie alle wissen: „Schönheit will sich nicht verbergen“. In der islamischen Mystik wird auch gesagt, dass genau dieses Bedürfnis der Schönheit Gottes zur Erschaffung der Welt führte. Interessant ist auch, dass Gott, nach der Erschaffung des Menschen als die „Krone der Schöpfung“, sich nicht damit begnügt hat. Im Koran lobt er sich selbst für diese Schöpfung und sagt: „Gott sei gesegnet, der beste Schöpfer!“[4]

Wenn wir uns nun den Menschen betrachten, sehen wir, dass auch er das seelische „Bedürfnis zur Selbstbehaptung durch Kunst und Wort“ hat.

Jeder Mensch ist – genauso wie es die islamischen Philosophen und Gelehrten auch gesagt haben – ein einzigartiges Wesen, das seinen eigenen Geschmack besitzt, und seine eigenen Talente hat. Einige Gelehrte sagen: „jeder Mensch ist einzigartig, der neben den anderen Menschen einen Tropfen im unendlichen Ozean des menschlichen Daseins darstellt, die dann gemeinsam die Vielfalt der Schöpfung zum Vorschein bringen.“

Jeder Mensch hat – je nach Geschmack, Verständnis, Intelligenz und Erfahrungen – seine eigenen Eindrücke und Fähigkeiten, die er auch vortragen möchte.

Jeder Mensch hat die Neigung zur Selbstbehauptung, denn dadurch zeigt er seine Existenz, und distanziert sich von Nutzlosigkeit. Er zeigt seine Stellung und genießt dies auch.

Zweites Thema: Vorzüge der Selbstbehauptung

Einige denken fälschlicherweise, dass Selbstbehauptung und Meinungsäußerung nicht richtig ist. Doch, wie wir schon gesagt haben, sind diese etwas ganz natürliches, die auch sehr nützlich sein können, wenn sie auf logischer Weise durchgeführt werden. Nutzen, wie:

1.  Ausbau der Ausdrucksmöglichkeiten, als einer der Vorzüge der Menschen – die der Koran Gott zuordnet: „Er hat den Menschen erschaffen.* Er hat ihn die klare Darlegung gelehrt.“[5]

2.  Ausbau der spirituellen Hinterbliebenschaften der Menschheit durch das Zusammenfügen der Gedanken.

3.  Entstehung von Innovationen und Ausbau der sozialen Erfahrungen durch zur-Schau-Stellen der Fähigkeiten, und Entstehung von neuen Wegen für ein besseres Leben.

4.  Ändern der falschen Denkweisen der Mitmenschen, und positive pädagogische Auswirkungen für das Individuum, für die Familie und für die Gesellschaft.

5.  Manifestierung der Persönlichkeit, Erhöhung des Selbstwertgefühls und der Selbstachtung.

6.  Entdeckung und Erkennung der Neigungen des Kindes und der Jugendlichen, so dass auch die Arbeit der Pädagogen und Eltern bei der Ausbildung des Kindes leichter wird.

7.  Man kann für die anderen nützlicher sein, wenn man die Potentiale und Fähigkeiten voneinander kennt. (Wie auch zu Beginn dieser Debatte über Josef gesagt wurde).

Aus diesem Grund hat auch der Koran dem Propheten befohlen, dass er den Menschen seine himmlischen Vorzüge aufzählt.“ und was die Gunst deines Herrn angeht, so erzähle (davon).“[6] Dieser Koranvers gehört zu den wertvollen Versen des Korans und beherbergt viele pädagogische Gehemnisse in sich.

Drittes Thema: Voraussetzungen für Selbstbehauptung

Wie schon gesagt, hat Selbstbehauptung Vorteile, doch diese Vorteile entstehen nur, wenn diese Selbstbehauptung im Rahmen der moralischen Aspekte geschieht. Zwei Voraussetzungen müssen zu diesem Zweck vorhanden sein:

Erste Voraussetzung: Die Selbstbehauptung muss aufrichtig sein. Bei der Selbstbehauptung müssen Subjektivismus, Egoismus, Überheblichkeit und Leugnung der Vorteile anderer vermieden werden: „Das ist die jenseitige Wohnstätte. Wir bestimmen sie für diejenigen, die nicht hohe Macht auf der Erde und nicht Unheil suchen“.[7]

Zweite Bedingung: Die Selbstbehauptung muss den Schriften entsprechen: Bei der Selbstbehauptng müssen Lügen und wahrheitsfremde Aussagen, und auch Übertreibungen vermieden werden.

Viertes Thema: Familie ist der beste Ort, wo man am besten sich selbst behaupten kann

Einer der Segen, die eine Familie mit sich bringt, ist, dass sie eine geeignete Atmosphäre schafft, wo man sich selbst behaupten kann. Die Familie kann eine Gelegenheit zur Selbstbehauptung sein, und damit eine Grundlage schaffen, damit der Mensch lernt, sich auch in der Gesellschaft behaupten zu können. Die Mitglieder einer Familie können in bester Weise dieses emotionale Bedürfnis decken. Die Familie ist eine Gelegenheit, um sich selbst zu behaupten, und kann auch der erste Schritt für positive Selbstbehauptung sein. Der Mensch kann in der Familie auf verschiedene Weisen sich selbst behaupten, wie:

1.  Seine Schönheiten auf angemessener Weise zum Vorschein bringen. Besonders muslimische Frauen und Mädchen, die außerhalb des Hauses und bei fremden Personen dieser Hinsicht nach Einschränkungen haben.

2.  Seine Fähigkeiten zu Hause zum Vorschein bringen. Zum Beispiel seine schöne Stimme durch die Rezitation des Korans oder Gebete zeigen.

3.  Zu den verschiedenen Familien- und Hausangelegenheiten und auch zu gesellschaftlichen Themen seine Meinung äußern.

4.  Über seine Vorzüge und Fähigkeiten sprechen.



[1] Yusuf, Vers 55

[2] بیده الخیر

[3] لَقَدْ خَلَقْنَا الْإِنسَانَ فِي أَحْسَنِ تَقْوِيمٍ, At.Tin, Vers 4

[4] فَتَبَارَكَ اللَّـهُ أَحْسَنُ الْخَالِقِينَ, Al-Muminun, Vers 14

[5] خَلَقَ الْإِنسَانَ  * عَلَّمَهُ الْبَيَان, Ar-Rahman, Verse 3 und 4

[6] وَأَمَّا بِنِعْمَةِ رَبِّكَ فَحَدِّثْ, Ad-Duha, Vers 11

[7] تِلْكَ الدَّارُ الْآخِرَةُ نَجْعَلُهَا لِلَّذِينَ لَا يُرِيدُونَ عُلُوًّا فِي الْأَرْضِ وَلَا فَسَادًا, al-Quasas, Vers 83


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