Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 189925
Datum der Veröffentlichung : 10/11/2017 3:12:00 PM
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Die Religiöse Lebensweise (22)

Freitagsansprache von 25.08.2017
von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Manche sind der Ansicht, dass seelischer Frieden auf dieser Welt mit materiellen Werkzeugen und Äußerlichkeiten, erzielt werden kann. Dies ist jedoch nicht der Fall. Es steht außer Frage, dass der Mensch mit einer richtigen Denkweise über seine Umwelt, Gott und der Schöpfung den inneren Frieden erreichen kann. Diese Denkweise muss in den Menschen gefördert werden. Daher sollte der Mensch stets über solche Fragen nachdenken: Warum sind wir erschaffen worden? Warum müssen wir diese Welt verlassen und in die andere Welt reisen? Wohin gehen wir? Was wird aus uns? Ist es Wert, für den Jenseits so viele Qualen und Schwierigkeiten in dieser schnell vergehenden Welt auszuhalten? Wie kann man diese Fragen gebührend antworten? Wenn man dazu noch über das Leben in dieser Welt nachdenkt, überkommen einem mehr Fragen: Warum kommt man so unbeholfen und ohnmächtig zur Welt? Warum wird man nach einer kurzen Zeit mächtig und wissend? Warum wird man – noch bevor man seine Jugendzeit genossen hat – alt, krank und gebrechlich? Warum muss alles, was man an Wissen und Reichtum erworben hat, hinter sich lassen und sterben und auf das Nichts zugehen.[1] Solche Fragen beschäftigen alle Menschen, obwohl einige sich vor ihnen drücken – denn, wenn sie dann eine Antwort auf diese Fragen finden, erkennen sie unweigerlich ihre wahre Natur, und fangen an, nachzudenken, und versuchen, ihren unbändigen Geist mit richtigen Antworten zu beruhigen.

Richtiges Denken, der Weg zur Enthüllung der Wahrheit der Schöpfung

Wenn der Mensch gerecht über sich und seine Umwelt nachdenkt und die Wahrheit sucht, könnte er neue Erkenntnisse erlangen und sein wahres Ich entdecken, und somit innere Ruhe und Frieden finden. Materielle Denk- und Ansichtsweisen können seine Fragen nicht beantworten und seinen Geist nicht beruhigen. Mit einer materiellen Ansichtsweise und Sinneserfahrung kann man solche Fragen nicht beantworten. Ein Mensch der ausschließlich von materiellen und erfahrungsbedingten Tatsachen umgeben ist, kann nicht erkennen, woher er kommt? Warm er hier ist? Wohin er gehen wird? Und noch wichtiger: Wie kann er inneren Frieden finden?

Wenn man nur mit einer materiellen Logik die Welt betrachtet, kann man nicht mal Hoffnung auf die Welt haben. Doch wenn seine Denkweise von einer religiösen Glaube und göttliche Denkweise herrührt und spirituell ist, kann man auch richtige Antworten für seine Fragen finden. Dadurch erfüllt sich sein Leben mit Freude und Hoffnung.

Göttliche Weltanschauung in der menschlichen Sichtweise

Mit einer göttlichen Weltanschauung erreichen die Menschen eine tiefgründige Definition von sich, der Welt und vom Gott, und bekommen ein richtiges Verständnis vom kurzen und vergänglichen Leben. Sie verstehen dann die Philosophie des Lebens, von Kindheit zum Jugendalter, alter und dann Tod, und die Übersetzung zum bedeutungsvollen und reichen Jenseits. Somit kommt man zu dem Schluss, dass das wahre Leben im Jenseits ist. Gott sagt in diesem Zusammenhang: „Die jenseitige Wohnstätte aber ist wahrlich das eigentliche Leben, wenn sie (es) nur wüßten!“[2] Diese Welt ist nur ein Durchweg und Zwischenstation, also muss man nur soviel man braucht, von dieser Welt Nutzen ziehen. Der Koran sagt: „vergiß aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits.“[3] Der Mensch muss sich auf seine letzte Reise vorbereiten. Dies ist mit einer richrigen Denkweise möglich. Was zu erwähnen ist, ist man in dieser Welt, den Jenseits richtig erklären kann. Der Mensch muss sich und seinen Geist für den Weg zur jenseitige Wohnstätte und Unsterblichkeit vorbereiten. Dafür muss er seine Triebe bändigen, und das Vergängliche für die Ewigkeit hinter sich lassen. Gott verspricht jeden, der sich auf diesen Weg begeht, ihn zu leiten und helfen: „Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten.“[4]an einer anderen Stelle sagt der Koran: „O die ihr glaubt, wenn ihr Allah(s Sache) helft, hilft Er euch und festigt eure Füße.“[5] Das bedeutet, wenn jemand den rechten Weg beschreitet, wird man auch Gottes Unterstützung und Segen hinter sich haben.

Shahid Motahari ist bei einem Vergleich dieser beiden materiellen und immateriellen Ansichtsweisen der Ansicht: „Eine Auswirkung des religiösen Glaubens für Freude ist, dass man Hoffnung auf das gute Ergebnis hat. Aus materieller Logik ist die Welt gegenüber denjenigen die auf den rechten Weg oder auf Irrweg, auf dem Weg der Gerechtigkeit oder Unterdrückung sind, gleichgültig. Das Ergebnis ihrer Tat hängt ausschließlich vom „Menge der Bemühungen“ ab. Doch gemäß der Logik eines Gläubigen Menschen ist die Welt gegenüber den Bemühungen dieser beiden Gruppen nicht gleichgültig. Die Schöpfung unterstützt diejenigen die sich für Gerechtigkeit einsetzten und den rechten Weg beschreiten“[6] Im Koran steht: „wenn ihr Allah(s Sache) helft, hilft Er euch“ und an einer anderen Stelle: „Allah läßt den Lohn der Gutes Tuenden nicht verlorengehen.“[7]

Religion und Glaube geben dem Menschen, was die Welt betrifft, Vertrauen und Sicherheit. Dies zerstört die Angst und Sorge der Menschen gegenüber dem, was die Welt ihm antut, und verleiht innere Ruhe. Aus diesem Grund sind wir auch der Meinung, dass einer der Auswirkungen eines religiösen Glaubens der innere Frieden ist.

Schlusswort

Aus dem Gesagten kann man zu dem Schluss kommen , dass eine richtig geleitete religiöse Denkweise, die von Glauben herrührt, alle Fragen zufriedenstellend beantworten, und das irdische Leben definieren kann. Dann kann der Mensch auch den Jenseits nach seinem innigen Wunsch: Die „Unsterblichkeit“ definieren. Außerdem kommt man zu der wichtigen Erkenntnis, dass mit religionsfremden Methoden keine zufriedenstellenden Antworten kommen.



[1] Foruqi, Seire Hikmat das Orupa, Band 3, S. 525 und 525

[2] وَإِنَّ الدَّارَ الْآخِرَةَ لَهِيَ الْحَيَوَانُ ۚ لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ al-Ankabut, Vers 64

[3] وَلَا تَنسَ نَصِيبَكَ مِنَ الدُّنْيَا, al-Qasas, Vers 77

[4] وَالَّذِينَ جَاهَدُوا فِينَا لَنَهْدِيَنَّهُمْ سُبُلَنَا, al-Ankabut, Vers 69

[5] يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِن تَنصُرُوا اللَّـهَ يَنصُرْكُمْ وَيُثَبِّتْ أَقْدَامَكُمْ, Muhammad, Vers 7

[6] Motahari, Morteza, Ensan va Iman (Gesammlete Werke). Band 2, S. 45, Teheran, Qom, Sadra, 8. Auflage, 1377 nach dem iranischen Kalender

[7] إِنَّ اللَّـهَ لَا يُضِيعُ أَجْرَ الْمُحْسِنِينَ, al-Tawba, Vers 120


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