Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 94912
Datum der Veröffentlichung : 2/13/2016 1:36:34 PM
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Die Islamkunde 167, der Islam und ethische Rechte

Freitagsansprache von 01.01.2016

von Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.


Im weiteren Verlauf unseres Themas der ethischen Rechte und Berechtigungen, weist Imam Sajjad (Friede sei auf ihm) auf das „Recht des Fastens“ hin und besagt:

„Zum Recht des Fastens muss man wissen, dass Gott das Fasten dafür gerichtet hat, damit er als Schutzschleier für die Zunge, die Ohren, die Augen und andere Körperteile dient, sodass er dich damit sozusagen vor dem Höllenfeuer schützen kann. Wenn man sich dann dementsprechend vom Fasten trennt, löst man sich also vom dem Schutzschleier Gottes. “[1] Genauso wie in der Überlieferung besagt wurde, dass das Fasten ein Schutzschild vor dem Feuer ist und wenn man sich in diesem Schutzschleier befindet, weiß man genau, dass man behütet ist. Sobald man sich genau andersherum, von diesem Schleier löst, entzweit man sich auch dementsprechend von diesem Schutz  und der Sicherheit. Daher ist das auch der Grund dafür, warum man sich auch nach Dingen richtet, welche man nicht richten sollte. Keiner außer Gott kann bei so einem negativen Zustand helfen und behilflich sein.

Die Philosophie des Fasten gesetztes im Islam

Laut  Aussagen von Imam Sajjad (Friede sei auf ihm) ist die Philosophie des Fasten gesetztes, die Selbsterziehung und richtige Selbstfindung des Menschen, deshalb ist das auch der Grund, dass das Fasten auch in manchen anderen Religionen vorgeschrieben ist, genauso wie Gott im heiligen Koran direkt besagt: „Oh ihr Gläubige, das Fasten sei euch zugeschrieben, genauso wie es für die früheren Generationen zugeschrieben war, so dass ihr ehrenhaft sein werdet.“[2]

In der Bibel und auch in der Tora (Altes Testament) wird auf das Fasten hingewiesen, auch wenn es in einer anderen Form beschrieben wird. Deswegen kann dadurch jemand, der das Fasten ernst nimmt, viele verschiedene positive Effekte für den Körper und für die Seele erkennen und empfinden.

Zusätzlich kann man sagen, dass man durch das Fasten nicht nur individuelle Einflüsse feststellt, sondern auch kollektive, genauso wie Imam Sadiq (Friede sei auf ihm) in einer Überlieferung sagt:

„Gott hat das Fasten zur Pflicht gemacht, damit dadurch die Reichen und die Armen auf einer gleichen Ebene gestellt werden, damit der Reiche den Armen nachempfinden kann und ihn nachvollziehen kann, weswegen er hungert, da der Reiche sich alles leisten kann, da er die materiellen Mittel dazu besitzt. Das ist der Grund dafür, warum wir Fasten müssen, damit unter den Geschöpfen Gleichheit herrscht und der habende genauso wie der Arme, Hunger verspürt, damit er in Bezug auf den Armen, sich hineinversetzt und somit ihm auch im Nachhinein behilflich sein kann.“[3]

Das Fasten als Selbsterziehungsfunktion

Das Fasten spielt bei Selbsterziehung  der inneren Gelüsten des Menschen, eine sehr große Rolle.  Genauso wie die anderen religiösen Anordnungen, welche unter richtiger Ausführung, der Selbstbeherrschung des Körpers und der Seele von hoher Bedeutung sind. Der Prophet Mohammad (Friede sein auf ihm und seine Familie) besagt in einer Überlieferung bezüglich dieses Themas:

„Das Fasten schwächt die inneren Gelüste und Begehren und bringt dazu, dass das innere und äußere Erscheinung des Körpers unversehrt bleibt. Außerdem bewirkt es : 1. Dankbarkeitsgefühl für die Gottesgaben, 2. Beistandsleistungen gegenüber den Armen, 3. Ansteigende Demut gegenüber Gott, 4. Vollkommene Ergebenheit gegenüber Gottes Bestimmungen, 5. Senkung der inneren Gelüste, und 6. Stärkung der guten Taten.“[4]

Der Islam legt großen Wert auf den Erziehungsbereich, da er dazu führt, dass der Mensch seinen Leben für Gottes Zufriedenheit ausrichtet, damit es seinem Dasein eine gewisse spirituelle Spur verleiht und dauerhaft durch Gottes Anwesenheit gestärkt werden kann, denn nur Gottes Anwesenheit ist für immer beständig und führt dazu, dass man als Mensch, mehr Hoffnung und Motivation in seinem Lebenswandel zuweisen kann. Denn: „ Nur die Anwesenheit des großartigen und höchsten Allah ist allezeit beständig und dauerhaft.“[5]

Das Fasten ist auch vor allem in der Erlangung eines aufrichtigen Menschencharakters, von großer Bedeutung:  nämlich der wahrhaftigen Aufrichtung und Hingebung(Ikhlas) zu Gott. Die geehrte Fatima (Friede sei auf ihr) verdeutlichte hierzu: „…Gott verschrieb uns das Fasten, damit wir die aufrichtige Hingebung zu Gott in unserem Leben verspüren und verstärken können…“[6] Imam Ali (Friede sei auf ihm) besagt hierbei: „… Gott verschrieb uns das Fasten, damit wir unsere wahrhaftige Aufrichtigkeit testen können…“[7]

Wie schön ist es doch, dass man durch diese aufrichtige Tat (Fasten), die Wahrhaftigkeit und Philosophie des Lebens erzielen kann, denn dadurch erreicht man auch die wahre Seelenruhe im Leben. Hierbei fragt der Prophet Mohammad (Friede sein auf ihm und seine Familie), Gott: „ Was bewirkt das Fasten?“ Gott sprach:“ Das Fasten bringt dazu eine bestimmte Weltanschauung zu erkennen, und diese Philosophie bewirkt dazu, dass man eine wahre Erkenntnis erlangt, und diese Erkenntnis bewirkt im Endeffekt dazu, dass man die Gewissheit und den wahren Glauben erwirbt, welcher dazu führt, dass man alle gute nund schlechten Lebenstage tapfer aufnimmt, ohne Angst oder Zweifel.“[8]

Wie wir auch schon vorher erwähnt hatten, besagte Imam Sajjad (Friede sei auf ihm), dass das Fasten ein Schutzschleier vor dem Höllenfeuer ist und deshalb passt es auch gut zur Überlieferung von Imam Ali (Friede sei auf ihm) welches besagt, dass das Fasten im Monat Ramadan ein Schutzschild vor der Bestrafung Gottes ist. Der Prophet Mohammad (Friede sei auf ihm und seine Familie) sagte genauso, dass das Fasten sogar ein Schutzschild vor dem Höllenfeuer ist.[9]

Eine andere positive Wirkung vom Fasten, ist die innere Seelenruhe, da das Fasten in jedem Bereich als Selbstschutz des Menschen dient und vor möglichen (ethischen und spirituellen) Gefahren und Drohungen schützt. Auf dieser Weise wird auch das Bittgebet des Menschen von Gott erhört, da er sich damit versucht, Gott zu nähern. Durch diese ganzen positiven Einflüsse, ist dies einer der Gründe, warum das Fasten, eines der Säulen des Islams ist und Imam Baghir (Friede sei auf ihm) bestärkt diese fünf Säulen in einer Überlieferung: „Die Grundbausteine des Islam sind fünf (Säulen oder wurde auf fünf Säulen bebaut): Das Gebet, die Pflicht(Spenden)-abgabe, das Fasten, die Pilgerreise und die Wilayat(von Imam Ali (Friede sei auf ihm) )[10].

Jedoch sollte man wissen, dass sich diese positiven Einflüsse und Effekte erst dann zeigen, wenn sich der Mensch, diese Dinge (wie die fünf Säulen), als wichtige und notwendige Verpflichtung erkennt und auch wirklich Ernst nimmt. Denn wenn man wirklich darauf achtet, bestrebt man dazu, mehrere Tage im Jahr zu fasten, welche ohne Zweifel durch Gottes Hilfe auch erleichtert wird, um mehr sich selbst und seinen Körper  zu hüten, damit man im Endeffekt mehr von den einzelnen Köperteilen, in allen Lebensbedingungen, den besten Nutzen tragen kann. Imam Sadigh (Friede sei mit ihm) besagt hierzu: „ Wenn man wahrhaftig fastet, fasten (und hüten sich sozusagen) auch deine Ohren und dein Mund vor verbotenen Dingen, und auch deine ganzen Körperglieder vor anstößigen und unanständigen Dingen.“[11]






[1] Ibn Shobe Harani, Tokhaf Al-Oqul S.258

[2] Sura Baqara, Vers 183

[3] Ibn Babuyeh, Mohammad Ibn Ali, Man La Yahzoro Alfaqieh S.73

[4] Misbah Al-Sharia, S.136

[5] Sura Al-Rahman, Vers 27

[6] Ibn Babuyeh, Mohammad Ibn Ali, Man La Yahzoro Alfaqieh S.568

[7] Nahdjul Al-Balagha, Predigt 252

[8] Deilami, Hassan Ibn Mohammad. Irshad Al-Qolub S.203

[9] Koleini, Mohammad Ibn Yaqub, Al-Kafi S.19

[10] Koleini, Mohmmad Ibn Yaqub, Al-Kafi S.18

[11] Ash'ari. Ahmad Ibn Mohammad, Al-Navader S.20



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