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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 11.09.2009 - Der falsche Umgang mit dem Heiligen Qur’an
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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Der falsche Umgang mit dem Heiligen Qur’an

 
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
In der letzten Ansprache wurden bereits einige Beispiele des falschen Umgangs mit dem Qur’an, unter anderem Ungehorsam, Blasphemie, Ablehnung und sogar Spöttelei besprochen. Nun werden weitere derartige Fälle diskutiert. Ein anderes Beispiel sind Verleumder. Sie sind so respektlos, dass sie sogar behaupten, der Prophet hätte den Qur’an selbst entworfen und fälschlich Gott zugeschrieben. Die Antwort des Heiligen Qur’an darauf lautet:
  „Oder sagen sie: ‚Er hat es erdichtet’? Sprich: ‚So bringt doch zehn ebenbürtige, erdichtete Suren hervor und ruft an außer Gott, wen ihr vermögt, wenn ihr wahrhaft seid!’“[1]
 
Diese Menschen wollen sich dem Qur’an auf jede nur mögliche Art widersetzen und sind bemüht, Gottes Licht mit ihren Worten zu löschen; doch sie sollten wissen, dass sie dazu niemals imstande sein werden.
  „Schon vorher trachteten sie nach Unordnung und schmiedeten Ränke wider Dich, bis die Wahrheit kam und die Absicht Gottes obsiegte, wiewohl es ihnen zuwider war.“[2]
 „Und jene, die ungläubig sind, sprechen: ‚Wir wollen keineswegs an diesen Qur’an glauben, noch an das, was vor ihm gewesen ist…’“[3]
 
Der Qur’an erwähnt Streitsucht als einen weiteren Grund für ihr Widerstreben; er stellt fest, dass er mit allen Mitteln die Wahrheiten dargelegt hat, so dass die verschiedenen Ausdrucksweisen letztlich alle Menschen ansprechen und erleuchten. Doch die Gegner widersetzen sich dem Qur’an aus Streitsucht:
 „Wahrlich, Wir haben in diesem Qur’an für die Menschen Gleichnisse aller Art ausführlich erläutert, doch von allen Dingen ist der Mensch am streitsüchtigsten.“[4]
 
Mit ihrer Streitsucht versuchen die Verleumder, die Menschen vom Pfad der Wahrheit und Rechtleitung abzubringen. So wenden sie sich an die Bräuche ihrer Vorfahren und behaupten, sie würden befolgen, was sie von diesen erreicht hat, und akzeptieren somit den Qur’an nicht als Lebensprogramm. Gott sagt über sie:
 
 „Und wenn ihnen gesagt wird: ‚Befolgt, was Gott herabgesandt hat’, sagen sie: ‚Nein, wir wollen dem folgen, worin wir unsere Väter vorfanden.’ Wie! Wenn selbst ihre Väter keinen Verstand hatten und nicht auf dem rechten Wege wandelten? Die Ungläubigen sind wie die Tiere, die nichts hören außer Tönen und Zurufen. Sie sind taub, stumm und blind und begreifen nichts.“[5]
 
Mit ihrem Verhalten wollen sie Zweifel in die Herzen der Menschen pflanzen. Gott hat jedoch ihren Plan aufgedeckt und weist Seinen Propheten (s.a.s.) an, sein Volk zu lehren, nicht auf solche Menschen zu hören, die Irrwegen folgen, deren Herzen dunkel sind und die die göttliche Strafe erwartet:
 
 „Die gegen Unsere Zeichen eifern und obsiegen wollen, sollen die Bewohner des Feuers sein.“[6]
 
 „Es kommt zu ihnen auch nicht ein Zeichen von den Zeichen ihres Herrn, ohne dass sie sich davon abwenden. So haben sie die Wahrheit verworfen, als sie zu ihnen kam; bald aber soll ihnen Kunde werden von dem, was sie verspotteten.“[7]
 
Sie ignorieren den Qur’an und möchten alles anzweifeln, was ihnen aber lediglich den Verlust ihrer Identität einbringt. Der Qur’an stellt allerdings fest, dass sie sich eines Tages an alles erinnern werden, was sie vergessen haben. Dieser Tag liegt jedoch fern, und nichts kann ihnen dann helfen. Jeder, der sich vom Qur’an abwendet, wird die Last der Konsequenzen alleine tragen und dafür büßen müssen:
 
 „Also erzählen Wir Dir so manche Geschichte von dem, was zuvor geschah. Und Wir haben Dir von Uns eine Ermahnung gegeben. Wer sich von ihr abkehrt, der wird fürwahr am Tag der Auferstehung eine Last tragen, darin verweilend; und schwer wird ihnen die Bürde sein am Tage der Auferstehung …“[8]
 
Sie haben sich alles in dieser Welt verdorben und sich selbst die Wahrheiten verwehrt. Sie versuchen überdies, ihr Verderben und ihr Irregehen auf andere zu übertragen, um auch sie ins Verderben zu stürzen:
 
 „Und sie hindern daran und halten sich selbst davon fern. Aber sich selbst stürzen sich ins Verderben; allein sie begreifen es nicht. Und könntest du nur sehen, wie sie vor das Feuer gestellt werden! Dann werden sie sprechen: ‚Ach, dass wir doch zurückgebracht würden! Wir würden dann nicht die Zeichen unseres Herrn als Lüge behandeln, und wir würden zu den Gläubigen zählen.’“[9]
 
Der Qur’an verflucht die Menschen, die dermaßen auf ihren Kampf gegen ihn beharren und schreibt ihre Taten ihrer Abneigung den göttlichen Befehlen gegenüber zu:
 „Die aber ungläubig sind - wehe ihnen! Er lässt ihre Werke zunichte werden. Dies, weil sie hassen, was Gott hernieder gesandt hat; so macht Er ihre Werke zunichte.“[10]
 
 „Jene, die ungläubig sind, sprechen: ‚Das ist ja nichts als eine Lüge, die er erdichtet hat, und andere Leute haben ihm dabei geholfen.’ Zweifellos haben sie da Ungerechtigkeit und Lüge gebracht. Und sie sagen: ‚Fabeln der Alten; er hat sie aufschreiben lassen, und sie werden ihm vorgelesen am Morgen und am Abend.’ Sprich: ‚Er, Der das Geheimnis in den Himmeln und auf Erden kennt, hat ihn herabgesandt. Er ist wahrlich allverzeihend, barmherzig.’“[11]
 
 „Doch als die Wahrheit von Uns zu ihnen kam, sprachen sie: ‚Warum ist ihm nicht das Gleiche gegeben worden wie das, was Moses gegeben wurde?’ Haben sie denn nicht das geleugnet, was Moses zuvor gegeben wurde? Sie hatten gesagt: ‚Zwei Zauberwerke, die einander stützen.’ Und sie sagten: ‚Wir leugnen beide.’ Sprich: ‚So bringt ein Buch von Gott herbei, das eine bessere Führung ist als diese beiden, damit ich ihm folge, wenn ihr wahrhaftig seid.’ Doch wenn sie Dir nicht antworten, dann wisse, dass sie nur ihren eigenen Neigungen folgen. Und wer ist irrender als der, der seinen Neigungen folgt ohne Führung von Gott? Wahrlich, Gott leitet das ungerechte Volk nicht.“[12]
  
 „Eine Offenbarung vom Herrn der Welten. Und ihr wolltet gegenüber dieser (göttlichen) Verkündigung scheinheilig sein? Und dass ihr (sie) leugnet, soll das eure Versorgung (für das Jenseits) sein?“[13]
 
„Er ist es, Der Dir das Buch herabgesandt hat. Es enthält eindeutige, grundlegende Verse, die den Kern des Buches bilden und Verse, die verschieden gedeutet werden können. Diejenigen aber, die im Herzen abwegige Absichten hegen, befassen sich vorrangig mit den nicht eindeutigen, mit der Absicht, Verwirrung zu stiften und eigene Deutungen zu entwickeln. Die einzig richtige Deutung weiß nur Gott allein. Diejenigen aber, die ein tiefgründiges Wissen haben, bekennen: ‚Wir glauben (uneingeschränkt) daran. Alles ist von unserem Herrn.’ So denken nur die, die sich ihres gesunden Verstandes bedienen.“[14]
 
Jedem, der sich dem Qur’an auf diese Art widersetzt, wird die Glückseligkeit dieser Welt und des Jenseits verwehrt bleiben. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.
 

Fußnoten:
[1] Sure Hud, Vers 13.
[2] Sure at-Tauba, Vers 48.
[3]Sure Saba’, Vers 31.
[4]Sure al-Kahf, Vers 54.
[5] Sure al-Baqara, Verse 170 und 171.
[6] Sure al-Hadtsch, Vers 51.
[7] Sure al-An`am, Verse 4 und 5.
[8] Sure Ta Ha, Verse 99-101.
[9] Sure al-An`am, Verse 26 und 27.
[10] Sure Muhammad, Verse 8 und 9.
[11] Sure al-Furqan, Verse 4-6.
[12] Sure al-Qasas, Verse 48-50.
[13] Sure al-Waghia, Verse 80-82.
[14] Sure Al-Imran, Vers 7.

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