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Redner: Ayatollah Dr. Reza RamazaniDie Strafe für die Ablehnung des Heiligen Qur’anAller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Wer - ungeachtet aus welchen Gründen - den Heiligen Qur’an ablehnt und sich selbst die tiefen Kenntnisse des Qur’an verwehrt, der eigenen Entfaltung und dem vernünftigen Denken im Weg steht, den Pfad des edlen Propheten Gottes (s.a.s.) verlässt, sich mit den Irregehenden anfreundet und falsche, verleumderische Gedanken über den Qur’an und den edlen Propheten hegt, wird sowohl in dieser Welt wie auch im Jenseits bestraft und eine schwere Sündenlast mit sich schleppen. Im Heiligen Qur’an steht:
„…und Wir haben dir von Uns eine Ermahnung gegeben. Wer sich von ihr abkehrt, der wird fürwahr am Tage der Auferstehung eine Last tragen, Darin verweilend; und schwer wird ihnen die Bürde sein am Tage der Auferstehung.“[1]
Die Strafe derer, die den Qur’an ablehnen, besteht unter anderem darin, dass sie von der Angst vor göttlicher Bestrafung geplagt werden. Sie werden hart zur Rechenschaft gezogen und wären bereit, alles Weltliche zu geben, um der Qual zu entkommen:
„…die aber nicht auf Ihn hören - hätten sie auch alles, was auf Erden ist, und noch einmal soviel dazu, sie würden sich gerne damit loskaufen. Diese sind es, die eine schlimme Abrechnung haben werden, und ihre Bleibe ist die Hölle. Welch’ ein elender Ruheplatz!“[2]
Wer sich dem Qur’an widersetzt, wird sich bereits in dieser Welt in anderen Sünden verfangen, Sünden, die ihm am Tag der Auferstehung eine Bürde sein werden. Das Gewicht dieser Bürde hängt davon ab, wie sehr man vom Weg abgekommen ist und wie sehr man mit dem Qur’an im Streit lag. Zweifelsohne wird die Bürde für solche Menschen sehr schwer sein, denn der Qur’an ist das Maß für unsere Taten, und wer sich auf welche Art auch immer widersetzt, wird mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Manchen Versen ist zu entnehmen, dass die Menschen, die sich dem Qur’an widersetzen, am Tag der Auferstehung blind, verwirrt und verloren sein werden:
An dem Tage, da in die Trompete geblasen wird, an jenem Tage werden Wir die Schuldigen versammeln, die Blauäugigen.“[3]
Mit „blauäugig“ sind hier diejenigen gemeint, deren Augen trübe geworden sind, weil das Weiße das Schwarze ihrer Augen überdeckt hat und somit die Augen einen bläulichen Schimmer haben. Es soll den Blick der Sünder beschreiben und verkündet ihre innere Angst. So sagen manche, dass weiße Augen von Blindheit zeugen.[4] Es kann allerdings auch sein, dass dieser Vers die Farbe ihrer Gesichter anspricht. Sie werden blass und bläulich sein, eine Beschreibung die zwar oft, aber nicht ausschließlich für die Augen verwendet wird.[5]
Sicher ist, dass diese Menschen so verzweifelt, zerstreut und verängstigt sein werden, dass sie, während sie die Szenen der Auferstehung sehen, aus Schwäche und Hilflosigkeit leise miteinander sprechen und die Dauer ihres Aufenthalts in der Zwischenwelt (barza¿) erwähnen:
„Sie werden einander heimlich zuflüstern: „Ihr weiltet nur zehn (Tage im Grab).“[6]
Durch ihren schlechten Umgang mit dem Qur’an werden ihnen die Wahrheiten und die Rechtleitung verwehrt bleiben. Sie berauben sich selbst der Möglichkeit, das darin enthaltene Wissen zu nutzen. Ihr Herz ist als Zentrum der Wahrnehmungen nicht in der Lage, das Aufgenommene richtig zu verstehen; ihre Ohren werden die Wahrheit nicht hören, ihre Augen die Kraft des Glaubens nicht sehen können:
„Und wer ist ungerechter als der, der an die Zeichen seines Herrn gemahnt wurde, sich aber von ihnen abwandte und vergaß, was seine Hände vorausgeschickt hatten? Wahrlich, Wir haben Schleier über ihre Herzen gelegt, so dass sie es nicht begreifen, und Taubheit in ihre Ohren. Und selbst wenn Du sie zum rechten Weg rufst, werden sie nie den rechten Weg einschlagen.“[7]
Dieser Vers gibt uns zu verstehen, dass jemand, der dem Qur’an widerspricht, selbst nachdem er auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, die größte Ungerechtigkeit begangen hat. Er wird damit bestraft, dass er die Botschaften des Qur’an nicht verstehen und seine Fehler und Sünden nicht wahrnehmen kann. Er ist auf sich allein gestellt und hat keinerlei Zuflucht, er versperrt sich selbst alle Wege. Er muss wissen, dass seine Strafe für seine Respektlosigkeit dem Qur’an gegenüber zwar nicht unmittelbar, aber sicherlich eintreffen wird:
„Dein Herr aber ist der Vergebungsreiche, voll der Barmherzigkeit. Wollte Er sie zur Rechenschaft ziehen für das, was sie verdienen, dann würde Er gewiss ihre Bestrafung beschleunigen. Allein sie haben eine festgesetzte Frist, gegen die sie keine Zuflucht finden werden.“[8]
Diesem Vers ist zu entnehmen, dass der erhabene Herr Seinem Diener eine Gelegenheit bietet, Seine Gnade zu erlangen; wenn er diese Gelegenheit jedoch nicht nutzt und auf seiner Abweichung vom rechten Weg beharrt, werden die Konsequenzen dieser Respektlosigkeit für ihn manifest werden. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.
Fußnoten: [1] Sure Ta ha, Verse 99-101.
[2] Sure ar-Ra`d, Vers 18.
[3] [3] Sure Ta ha, Vers 102.
[4] Tafsir Rahnama, Bd. 7, S. 206.
[5] Ebd., S. 207.
[6] [6] Sure Ta ha, Vers 103
[7] Sure al-Kahf, Vers 57.
[8] Sure al-Kahf, Vers 58.
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