| Morgendämmerung | 01:37 |
| Sonnenaufgang | 05:09 |
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| Maghreb | 21:58 |
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| Mitternacht | 23:31 |
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Redner: Hodschatoleslam S. M. M. MasoumiGutes gebieten und Schlechtes VerwehrenIm Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Wir danken Gott für alle Seine Gaben und hoffen, dass allen Muslimen Seine Gunsterweise mehr als zuvor erhalten bleiben. Wie in der letzten Ansprache bereits erwähnt wurde, ist der Monat Ramadan eine besondere göttliche Gabe, die Gott den Menschen gewährt hat, die man schätzen und für die man Gott lobpreisen muss; letztlich vervollkommnet sich der Mensch mittels seiner Dankbarkeit für die göttlichen Gaben:
„…Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch fürwahr mehr geben…“[1]
Dankbarkeit im Monat Ramadan ist der Gehorsam gegenüber Gottes Befehlen und das Meiden von Sünden, also Gottesfurcht. Die Gottesfurcht ist die Basis und die Wahrheit der Botschaft des Ramadan. Ohne Gottesfurcht beginnt man nicht den Ramadan. Doch welche ist nun die wichtigste Anweisung Gottes? Welche Tat ist aus islamischer Sicht besser als alle anderen Taten? Greifen wir auf die religiösen Schriften und Texte zurück, sehen wir, dass das Wohlwollen anderen gegenüber und ihnen dienlich zu sein zu den besten Taten dieses Monats zählen. Im Islam wird dies als „Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten“ bezeichnet.
Den religionsrechtlichen Quellen nach ist diese Aufgabe von solcher Bedeutung, dass ihr keine andere Verpflichtung gleichgesetzt werden kann. Es gibt 96 Qur’anverse, die diese göttliche Verpflichtung behandeln. Gott spricht von dieser Pflicht als einem Grund für die Überlegenheit anderen Menschen gegenüber: ö
„Ihr seid das beste Volk, hervorgebracht zum Wohl der Menschheit; ihr gebietet das Gute und verwehrt das Böse...“[2]
Auch Imam þAlÍ (a.s.) sagt in einer authentischen Überlieferung, dass das Gute gebieten und das Böse verwehren die wichtigste aller Pflichten ist:
„Alle Pflichten wie Fasten, die Pilgerfahrt, die Almosensteuer, … und sogar das Bemühen auf dem Weg Gottes sind, verglichen mit dem Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten, wie eine geringe Menge Wasser gegenüber einem uferlosen, tiefen Meer.“
Doch entspricht unsere Sicht von dieser göttlichen Pflicht der des Islam? Haben wir es geschafft, alle Anwendungsgebiete dieser Anweisung zu erkennen und sie nicht darauf zu beschränken, unsere Mitmenschen bezüglich persönlicher Angelegenheiten herum zu kommandieren? Sind Menschen, die mit uns in Verbindung stehen bzw. in Verbindung stehen könnten, unseres Wohlwollens und der Rechtleitung nicht würdig? Kann man Menschenrechte denn auch anders bewahren als durch Solidarität und Zusammenarbeit? Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Bewahrung von Menschenrechten, denn es zu praktizieren schützt die Menschenwürde.
Indem der Islam das Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten vorschreibt, drückt er klar aus, dass kein Muslim dem anderen gegenüber gleichgültig sein kann. Dies verhindert, dass der Muslim in seiner Individualität versinkt und den Anderen und der Gesellschaft gegenüber gleichgültig wird. Kein Glaube der Welt betont die Menschenrechte mit einem solchen Nachdruck. Darum spricht Gott „Ihr seid das beste Volk, hervorgebracht zum Wohl der Menschheit; ihr gebietet das Gute und verwehrt das Böse.“ Somit ist diese Pflicht aus islamischer Sicht nicht nur ein Grundrecht, sondern eine vorgeschriebene religionsrechtliche Pflicht, deren Unterlassung bestraft wird. So sagte der Prophet (s.a.s.):
„Eine Gesellschaft, in der das Gebieten des Guten und Verwehren des Unbilligen unterlassen wird, wird von Frevel beherrscht. In einer solchen Gesellschaft werden die Gebete der Tugendhaften nicht erhört.“
In einer Überlieferung von Imam aÈ-ÆÁdiq (a.s.) lesen wir:
„In einer Gesellschaft, in der das Gute nicht geboten und das Böse nicht verwehrt wird, herrscht das Übel über die Menschen.“
Auch Imam þAlÍ (a.s.) erachtet einen Menschen, der das Sündigen nicht verhindert, als einen Toten unter den Lebenden:
„Derjenige unter Euch, der es unterlässt, das Gute zu gebieten und das Böse zu verwehren, und zwar mit Worten, mit seinem Herzen und mit Taten, der ist ein Toter unter den Lebenden.“
Der Islam erachtet einen Menschen erst dann als lebendig, wenn er Nächstenliebe praktiziert, den Kummer und die Freude der Menschen teilt und sich um die Lösung ihrer Probleme bemüht. Diese Bemühungen stärken die Gottesfurcht und leiten den Menschen zum Gehorsam gegenüber den erleuchtenden göttlichen Befehlen recht. Alle tugendhaften Menschen dieser Welt, gleich ob Wissenschaftler, Rechtsgelehrte, usw., haben eines gemeinsam, und zwar den Geist der Nächstenliebe. Dies ist von solch großer Bedeutung und ist dermaßen erwünscht, dass sie eine moralische Tat als eine Anderen wohlwollende Tat definieren.
Hierbei sollte man allerdings nicht außer Acht lassen, dass alle Rechtsgelehrten, gleich ob Schiiten oder Sunniten, dafür eintreten, dass das Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten stets mit der besten und sanftesten Methode geschehen muss. Wenn man jemandem mit sanftem Verhalten rechtleiten kann, darf man keine anderen Wege einschlagen. Milde Worte, gutes Verhalten, Geschenke und Liebe sind die ersten Stufen von Gutes gebieten und Schlechtes verwehren.
Der Monat Ramadan ist notwendig, damit sich der Fastende über die Lebensumstände der anderen bewusst wird, sich für das Schicksal seiner Familie, Freunde und Nachbarn verantwortlich fühlt und sich bemüht, sie alle mit einer milden und ansprechenden Art zum Guten und zur Rechtleitung aufzurufen. Der Ramadan ist der Frühling des Heiligen Qur’an, und der Qur’an sieht gute Taten und tugendhaftes Verhalten als Leben an:
„Wer recht handelt, ob Mann oder Frau, und gläubig ist, dem werden Wir gewiss ein reines Leben gewähren“[3]
Hingegen wird jemand, der das Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten unterlässt, wie bereits erwähnt mit einem Toten unter den Lebenden verglichen. Daraus kann man schließen, dass die gute Tat, die dem Menschen das reine Leben bringen wird, Wohlwollen und Einsatz für andere ist. Ist jemand diesbezüglich nachlässig, ist er ein Toter, und ein Toter wird niemals mit dem reinen Leben beschenkt werden. Möge Gott, der Erhabene, allen in ihrem Einsatz füreinander Erfolg gewähren. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.
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