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Aschura: Ein Aufstand für die Freiheit und gegen GewaltIm Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten. Der Kampf, der in Aschura stattfand, war zweifelsohne ein KAmpf zwischen Verstand und Ignoranz. Imam Hussein (a.s.) verfügte über göttliches Wissen und Unfehlbarkeit, und er unternahm die Reise nach Kufa, um der Religion den gebührenden Respekt zu zeigen, und auch um dem Aufruf nachzukommen, den er erhalten hatte. Man hatte ihn schließlich nach Kufa eingeladen, damit er die Führung und Rechtleitung des islamischen Volkes übernimmt. Doch auf dem Weg dorthin wurden der Edelmutige (a.s.) und seine treuen Gefährten getötet. Seine Familie wurde gefangengenommen, und auf die schlimmste Weise gedemütigt. Dieser Aufstand wurde unzählig oft analysiert, und es existieren tausende von Büchern in verschiedensten Sprachen und Übersetzungen, die sich mit den verschiedenen Aspekten dieses menschlichen und göttlichen Unterfangens befassen und näher darauf eingehen; doch gibt es immer noch vieles über diesen Aufstand für die Freiheit, was noch nicht gesagt wurde und womit sich Experten näher befassen sollten. Betrachtet man diesen göttlichen Aufstand nämlich aus allen Blickwinkeln, sieht man, wie allgemeingültig Imam Husseins (a.s) Verhalten als Vorbild sein kann. Es wurde vom Edelmutigen (a.s.) überliefert: „Ich bin ein Vorbild für euch.“ Aus den Worten des Imams (a.s.) werden auch seine Ziele klar: Er strebte danach, nach Gerechtigkeit aufzurufen, das islamische Volk zu verbessern, sein Tun an den göttlichen Gesetzen des Qur’ans zu orientieren und nach Friede und Wohlstand für die Menschheit. Immer wenn der Edelmutige (a.s.) vom Gebieten des Guten und Untersagen des Unbilligen spricht, sieht man, dass es um alle Dinge geht, die dem Verstand, der Scharia und der menschlichen Natur nach absolut vertretbar sind. Das Gute ist das, was der Verstand, die menschliche Natur und die Scharia anerkennen und das Unbillige ist all das, was dem Verstand, der Natur und der Vernunft fremd ist. Es gibt viele, konkrete Beispiele für das Gute, doch was der Imam (a.s.) erwähnt wird, sind Dinge wie das Gebet, die Liebe zur Qur’anrezitation, der Aufruf zu Gott, zum hl. Propheten (s.), zu Frieden und Sicherheit, zur Rückkehr zur Religion und der Vertiefung in ihr, zu einem religiösen Leben, zur Beachtung der göttlichen Prüfungen und desgleichen, wie man den Worten des Edelmutigen (a.s.) entnehmen kann. Kerbela hat aus diesem Grund zwei Seiten. Eine Seite ist die des Lichts, die dem Menschen vieles lehren und die wahre Bedeutung der Gnostik, des Glaubens und der Liebe zu Gott zeigen kann. Die andere Seite, ist die dunkle Seite der Gier, des Machthungers, der Unterdrückung und Hinterlist, die ebenfalls studiert werden muss und woraus man auch vieles lernen kann. Imam Hussein (a.s.) betont in seinem Aufstand, dass die Glückseligkeit der Menschen darin liegt, sich an die Gebote und Verbote zu halten. Sich zu den Geboten zu verpflichten, während man alles unterlässt, was Gott verboten hat. Wird man Zeuge, wie jemand im Namen der Religion etwas von Gott verbotenes als legitim darstellt, das Versprechen an Gott nicht einhält und von der Sitte des hl. Propheten (s.) abweicht und Verwerfliches tut, hat man seine Pflicht zu erfüllen und die Religion und die göttlichen Gebote zu verteidigen. Wichtig ist auch die Frage, wie denn der Aufstand des Aschura zu einem ewigen, fortbestehenden Aufstand wurde. Die Antwort darauf bedarf nach einem tiefer Einsicht. Eine mögliche Antwort darauf ist, dass dieser Aufstand von Anfang bis zum Ende ein göttlicher Aufstand war. Im Qur’an lesen wir: „Alle, die es auf der Erde gibt, sind vergänglich. Unvergänglich bleibt Gott allein, Dem Erhabenheit und Huld gehören.“[1] Dieser Aufstand war ein göttlicher, und hatte es zum Ziel, die göttlichen Gebote zu beleben und zu bewahren. Er hatte es auch zum Ziel, die Menschheit von ihrer Ignoranz zu befreien, damit sie nicht weiter in Unwissenheit lebt und durch Einsicht und Wissen, ihr Ziel und den Weg dazu erkennt und den Pfad des Fortschritts und der Vervollkommnung beschreiten kann. Der Aufstand Imam Husseins (a.s.) ist ein perfektes Beispiel der Sitte des hl. Propheten (s.) und den göttlichen und qur’anischen Lehren und Geboten, und muss daher ewiglich sein. Befasst man sich mit den letzten Worten und Sätzen des unfehlbaren Imams (a.s.), am Ort seines Todes, sieht man die größere Bedeutung dahinter: „Ich füge mich Deinem Urteil, gehorche Deinem Befehl und es gibt keinen Angebeteten außer Dir …“ Niemals hätte Imam Hussein (a.s.) diesen Kampf geführt, wenn es lediglich um materielle, vergängliche Sachen ginge. So wie es im Bittgebet des Arba’ien vorkommt, gab der Edelmutige (a.s.) sein Leben damit die Menschen von ihrer Unwissenheit und Verirrung befreit werden: „Und Imam Hussein (a.s.) opferte sein Herzensblut auf Deinem Wege, damit er Deine Diener von ihrer Unwissenheit und Verirrung befreien kann.“ Der Inhalt dieses Aufstands ist für die menschliche Geschichte von großer Bedeutung und wird niemals in Vergessenheit geraten, wie Zainab (s.) zu Yasid sagte: „Bei Gott, Du wirst die Erinnerung an mich nicht auslöschen können.“ Befasst man sich also etwas näher mit diesem Aufstand, erfährt man mehr über das Geheimnis seines ewigen Fortbestands, denn das Ziel und der Weg Imam Husseins (a.s.) waren ein Leben in Freiheit und lehren allen Menschen dasselbe. Er opferte sich der Belebung der islamischen Religion, dieser menschlichen ideologie, damit die Menschen die richtigen, menschlichen Kriterien erlernen und ihren Lebensweg an diese Kriterien orientieren und ihr Leben dadurch in Würde führen. Der Fortbestand des Islams und des Qur’ans gehören also zu den Ergebnissen dieses Aufstands, und abgesehen davon erweckte er auch den Sinn für Religion in jedem Muslim, der diesen unfehlbaren Imam (a.s.) zu seinem Vorbild machte und von diesem befreiten Menschen lernte, ein besserer Mensch zu sein und sich im Pfad des Glaubens, der Aufrichtigkeit, der Opferbereitschaft und der Ewigkeit fortzubewegen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass dieser Aufstand stattfand, um gegen Gewalt, Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu kämpfen. Der Imam (a.s.) traf diese göttliche Entscheidung, um der Willkür der damaligen Herrscher und der daraus resultierende Unterdrückung ein Ende zu bereiten. Er musste diesen ungerechten Herrscher, der die Religion und die göttlichen Gebote verspottete bis zum letzten Atem bekämpfen. Ein Leben als Sklave und Diener, und ohne die göttlichen Gebote war für eine Person wie Imam Hussein (a.s.), die anhand der Offenbarung erzogen wurde ein Leben in Schande. Er beharrte bis in den letzten Moment seines Lebens auf seiner Entscheidung, weil es der einzige Weg war, die Wahrheit zu retten. Er erfüllte seine göttliche Pflicht und überbrachte die Botschaft, die ihm gegeben wurde. Das göttliche Licht der Rechtleitung wurde dadurch verewigt und machte den Imam (a.s.) zu einem Vorbild für jeden Freiheits- und Gerechtigkeitsliebenden Menschen. Der Aufstand in Kerbela war in Wirklichkeit ein Kampf zwischen Verstand und Unwissenheit. Die Armee der Ignoranz griff die Kämpfer des Verstands und des Wissens und ließen somit eine der größten Tragödien der Geschichte entstehen. Durch diese schändliche und niederträchtige Tat schrieben sie einige der dunkleren und schändlicheren Seiten der Geschichte. Wer sich auch immer mit diesem großen Geschehnis befasst, sollte das wissen, dass es am wichtigsten ist, daraus zu lernen. Der berühmte sunnitische Wissenschaftler „Abi Ibn Hadid“ schrieb über die Persönlichkeit Imam Husseins (a.s) und seinem Aufstand: „Hussein (a.s.) ist der glorreiche Herr der Unbesiegbaren und ein Held derer, die sich niemals der Schande fügen. Er lehrte den Generationen und den Epochen Edelmut und den würdevollen Tod unter dem Schatten der Schwerter. Er zog diesen Tod dem Leben in Toleranz von Ungerechtigkeit und Hinterlist vor, er ist der Vater der Monotheisten der Welt, der prächtige Sohn von Ali (a.s.). Die Alleinherrscher und Autarchen der Umayaden wollten dieser unbesiegbaren Persönlichkeit und seinen Gefährten Gnade zeigen, doch er wollte sich nicht der Ungerechtigkeit fügen, und selbst wenn er den Frieden annimmt und dadurch am Leben bleiben kann, wäre es ein Leben in Schande und unter der Herrschaft von Ubaidullah Ibn Ziad und anderer übler Alleinherrscher gewesen. So zog er den würdevollen, stolzen Tod einem schändlichen Leben vor.“[2] Abu Nasr Sa’di, ein berühmter Poet des vierten Jahrhunderts dichtete folgendes über die Freiheit und Würde Imam Husseins (a.s.): „Hussein ist der, der den Tod in Freiheit und Würde als das wahre Leben betrachtete, und ein Leben in Schande und Erniedrigung für den Tod hielt.“[3] |