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Muharram - Trauerfeiern für Imam Husayn (a.s.) im Islamischen Zentrum Hamburg vom 1. bis 10. Mu-harram

Das islamische Zentrum Hamburg veranstaltete zu Beginn des heiligen Monats Muharram (17.-28. Dezember 2009), zwölf Abende lang besonders prachtvolle Trauerveranstaltungen, an der tausende Muslime und Anhänger der Ahlu-l-bayt (a.s.) verschiedenster Nationen zusammenfanden.

Der Redner dieser Veranstaltungen befasste sich mit den Zielen von Imam Husayns (a.s.) Aufstand in Kerbela und der Lebensart des unfehlbaren Imams. Die Elegiensänger beschrieben die Tragödie des 9. und 10. Muharram in ihren Klageliedern. Besonders auffällig war in diesem Jahr erneut die große Anzahl an Jugendlichen, die ihre Klagelieder in Gruppen vortrugen und den Veranstaltungen eine besondere Spiritualität und Pracht verliehen. Die Anzahl der Teilnehmer war insbesondere an den Vorabenden von Tasu’a und Aschura und am gesamten Aschuratag so groß, dass alle Räumlichkeiten überfüllt waren und die Teilnehmer sich auch in den Gängen und im Hof des Zentrums versammelten.

Am Vorabend von Aschura wurden unter der Leiter des Imams und Leiters des Islamischen Zentrums Hamburg, Herrn Ayatollah Dr. Reza Ramezani, die Gebete verrichtet. Nach der Rezitation einiger Verse aus dem Heiligen Qur’an und der gemeinsamen Lesung des Aschura-Bittgebetes befasste sich Ayatollah Ramezani mit der Schule von Aschura und nannte das Lernen von dieser Schule und die Beherzigung der Lehren Imam Husayns als die Ziele derartiger Trauerveranstaltungen. Er führte aus: „Die Trauerfeier um Imam Husayn bringt viel Segen, doch ist es wichtig, dass wir sie als Unterricht begreifen und neben der Trauer an diesen Tagen aus der Bewegung Imam Husayns (a.s.) lernen.“

„Aschura hat zwei Seiten, eine erleuchtende und eine finstere Seite. Sowohl die erleuchtende als auch die finstere Seite können uns viel lehren. Darüber hinaus steht Aschura symbolisch für zwei Dinge, nämlich den Verstand und die Unwissenheit. An Aschura trafen Verstand und Ignoranz aufeinander, und die Seite der Vernunft wurde von Imam Husayn angeführt, während an der Spitze der Ignoranz und des Verwerflichen Yasid und seine Anhänger standen. So enthalten die Ereignisse von Aschura viele Botschaften, aus denen wir lernen können.“

„Wichtig ist, dass wir uns die von Imam Husayn übermittelte reine Denkweise zu Herzen nehmen und die Lehren erkennen, die dieser edelmütige Unfehlbare der Menschheit hinterließ, Lehren, die ihn weltweit bekannt und zu einem Vorbild machten. Mahatma Gandhi wurde während seiner Inhaftierung von Imam Husayn (a.s.) inspiriert und sagte, dass er den Kampf gegen die Ungerechtigkeit von Husayn ibn Ali (a.s.) gelernt habe. Diese Denkweise müssen wir richtig erkennen.“
Der Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg verwies auf einige Abschnitte des Arba’in-Bittgebets und nannte den Kampf gegen Unwissenheit und Ignoranz als ein weiteres Ziel der Ereignisse in Kerbala. Er fügte hinzu:

„Imam Hasan Askari (a.s.) sagte: „Fünf Merkmale zeichnen den Gläubigen aus, wovon eines das Verrichten des Arba’in-Bittgebets am Tag von Arba’in ist.“ Damit ist allerdings nicht nur das Vorlesen der Worte gemeint, sondern das Vertiefen in ihre Bedeutung und ihren Inhalt. Wir grüßen in diesem Bittgebet u. a. den Freund Gottes, den Unterdrückten und Getöteten, den, dessen Aufruf zur Bekämpfung von Unrecht nur von wenigen erhört wurde. Wir grüßen den, der sein Leben gab, um Unwissenheit zu bekämpfen und die Menschen aus ihrer Unwissenheit zu befreien. Er starb, um den Menschen zu vermitteln, dass sie nicht in Unwissenheit, sondern mit Hilfe ihrer Vernunft leben und sich selbst erkennen und wahrnehmen sollen.“
„Imam Ali (a.s.) sagte: „Der Mensch soll seine Unwissenheit bekämpfen, denn er ist für alles, was er tut, auf seinen Verstand und auf Kenntnis angewiesen.“ Leider hatten viele der Menschen, die an den Ereignissen von Aschura teilhatten, diese Kenntnis nicht. Sie stellten sich gegen Imam Husayn (a.s.) obwohl sie wussten, dass er der Nachkomme des edlen Propheten (s.a.s.) war. Ihre Gier nach Reichtum und Macht führte zu ihrer Entscheidung, den Edelmütigen (a.s.) zu bekämpfen und schließlich zu töten.“

„Zwei Dinge führten zu den Ereignissen in Kerbela:

1.        Der Name Gottes war in Vergessenheit geraten, und die Menschen glaubten nicht mehr an Ihn. Imam Husayn (a.s.) lehrte den Glauben an Gott und weckte die Erinnerung an seinen Namen in den Herzen. In der Nacht vor Aschura betete er mit Liebe, und lehrte die Menschen dieses Gebet und die Vertrautheit mit Gott. Er lehrte sie, dass die Vertrautheit mit Gott den Menschen innerlich belebt, seinem Leben einen Sinn verleiht und diesen auch erklärt.
2.        Die Gier nach der materiellen Welt, nach Macht und den Versuchungen der Triebseele blenden den Menschen und macht ihn taub. Die übermäßige Neigung zu etwas kann den Menschen blenden und ihm Sprache und Gehör nehmen. Man versperrt sich selbst damit den Weg, und das Herz wird so verhärtet, dass man fähig wird, den Nachkommen des edlen Propheten (a.s.) auf eine so gnadenlose Art und Weise zu töten. Die Widersacher Imam Husayns strebten nach Genüssen und meinten, diese seien alle weltlich. Imam Husayn (a.s.) lehrte uns den wahren Genuss, der in der Gottergebenheit und im Gottesdienst liegt, und auch erlangt werden kann, indem man Gottes Schöpfung auf dieser Welt hilft. Er lehrte uns, dass man Genuss erzielen kann, wenn man an sich selbst glaubt, sich selbst erkennt und sich gegenseitig hilft, und die Menschheit zu Freiheit, Spiritualität und Vernunft aufruft.“

„Diese Trauerfeier und das Weinen um Imam Husayn (a.s.) sind sehr wertvoll. Dieses Weinen wird später Freude bringen, es lehrt Freiheit, Spiritualität, Ruhe, Selbstkenntnis und inneren Frieden. Es kann nicht sein, dass jemand um Imam Husayn (a.s.) weint, und mit seinem Gott keinen Frieden schließt. Viele fanden ihre Verbindung zu Gott durch den Segen derartiger Veranstaltungen.“

In allen Veranstaltungen war für alle Teilnehmer die von den Lehren der Ahlu-l-bayt (a.s.) geprägte besondere Atmosphäre spürbar. Auch die Urdusprachigen Muslime hatten in einem Saal des Zentrums ihre eigene Trauerfeier für Imam Husayn (a.s.), den Herrn der Märtyrer.